Themenreihe kommunale Abwässer in Österreich: 1. AEV (BGBl. Nr. 210/1996)

Ab wann dürfen kommunale Abwässer in Österreich in Fließgewässer eingeleitet werden?

Fallen bei Einzelobjekten, Siedlungen, Gemeinden, Wassergenossenschaften oder – verbänden kommunale Abwässer mit einem täglichen Schmutzfrachtanteil des ungereinigten Wassers von größer als 50 EW601, dann gelten die Emissionsbegrenzungen, die in der Anlagengröße A festgelegt sind. Abwasserreinigungsanlagen müssen demnach folgende Parameter vermindern:
+ BSB52 um mindestens 95%
+ CSB3 um mindestens 85%
+ TOC4 um mindestens 85%
+ gesamt gebundener Stickstoff5 um mindestens 70%
Erst nach Erfüllung dieser Vorgaben darf das gereinigte Abwasser unseren heimischen Fließgewässern zugeführt werden. Nach dem Reinigungsprozess bleibt weiters Klärschlamm über und genau hier setzen wir, bei Green Sentinel, an. Unser RSR-Verfahren ist der nächste Schritt in der Kette und greift ab dort ein, wo der Schlamm entwässert wurde. Mittels dem entwickelten Aufbereitungsprozess gelingt es Phosphor, Stickstoff, Kalium und weitere kostbare Ressourcen zurückzugewinnen und für andere Verwendungsarten, z.B. als Düngemittel verfügbar zu machen. Der raffinierte Schlamm entspricht qualitativ hochwertigem Kompost, da die analysierten Werte weit unter den vorgegebenen Grenzwerten des Qualitätskomposts liegen. Durch weiterführende Trocknungsprozesse kann ein thermisch verwertbarer Ersatzbrennstoff, PecuPower®, erzeugt werden.­

Informationen zum RSR-Verfahren auf:
https://green-sentinel.at/de/rsr-verfahren/

1 EW60 = Schmutzfracht des ungereinigten Abwassers von 60 g BSB5 pro Einwohnerwert und Tag
2 BSB5 = Biochemischer Sauerstoffbedarf in fünf Tagen
3 CSB = Chemischer Sauerstoffbedarf
4 TOC = Gebundener Kohlenstoff
5 Ges. geb. N = Als Summe von organisch gebundenem Stickstoff, Ammonium-Stickstoff, Nitrit-Stickstoff und Nitrat-Stickstoff

Bezugnehmend auf folgendes Bundesgesetzblatt:
1. AEV für kommunales Abwasser, für Siedlungsgebiete BGBl. Nr. 210/1996